Ratgeber · Kosten und Preise · Stand 25.10.2026

Grundreinigung Kosten: Was Wohnung oder Büro kostet und wie Sie Pauschalen prüfen

Für Grundreinigungen in Gewerbeobjekten nennen Anbieter 3 bis 5 Euro je m², Preistabellen reichen bis 7,50 Euro. Für Wohnungen streuen die Angaben noch stärker, je nach Umfang und Zustand. Entscheidend ist nicht der m²-Preis allein, sondern das Leistungsverzeichnis, das ihn begründet.

Was ist eine Grundreinigung, und was umfasst sie?

Eine Grundreinigung ist die intensive, in größeren Abständen oder einmalig durchgeführte Reinigung eines Objekts. Anders als die laufende Unterhaltsreinigung entfernt sie festsitzende Verschmutzungen. Typische Leistungen sind:

  • Böden: gründliche Nassreinigung, Entfernen von Pflegefilmen, bei Bedarf Versiegelung
  • Sanitär: Entkalken von Armaturen, Fliesen, Fugen und Duschtrennwänden
  • Küche: Schränke innen und außen, Dunstabzug, Herd und Backofen, Kühlschrank
  • Fenster, Rahmen und Fensterbänke
  • Heizkörper, Türen, Zargen, Lichtschalter und Steckdosen
  • Keller, Balkon oder Nebenräume, wenn vereinbart

Welche Leistungen enthalten sind, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Genau deshalb sind Pauschalen nur mit Leistungsverzeichnis vergleichbar.

Was kostet eine Grundreinigung pro m²?

Die veröffentlichten Angaben (Stand Oktober 2026) streuen stark. Die Tabelle zeigt, was Anbieter und Vermittlungsportale nennen.

QuelleAngabe
Anbieterseiten, Grundreinigung im Gewerbe3 bis 5 Euro je m² (eine Seite nennt 3 bis 6 Euro)
Preistabelle für Gebäudereinigung3,50 bis 7,50 Euro je m²
Anbieterseite, allgemeine Grundreinigung3,50 Euro je m², Bodenreinigung allein 3 bis 5 Euro
Vermittlungsplattform, Wohnung bei normaler Verschmutzungetwa 1,30 bis 1,50 Euro je m²
Stundensatz Reinigungsfirma25 bis 40 Euro

Die Spanne erklärt sich durch den Leistungsumfang. Wer nur Böden und Sanitär bestellt, zahlt deutlich weniger als bei einer Komplettreinigung mit Fenstern, Backofen, Heizkörpern und Keller. Auch Zustand der Räume, Stockwerk, Zugang und Größe spielen eine Rolle.

Rechenbeispiel: 80 m² Wohnung

Beispiel (Annahme: Wohnung mit 80 m², gewerbliche m²-Sätze angewendet; Gegenwert zur Einordnung: Eine Vermittlungsplattform nennt für normal verschmutzte Wohnungen dieser Größe 119 bis 149 Euro bei Abrechnung nach Zeit):

  • Bei 3,00 Euro je m²: 240 Euro
  • Bei 5,00 Euro je m²: 400 Euro
  • Bei 7,50 Euro je m²: 600 Euro

Eine Gegenprobe über die Zeit hilft: Bei 25 bis 40 Euro je Stunde entsprechen 400 Euro rund 10 bis 16 Arbeitsstunden. Setzt der Anbieter dafür zwei Personen ein, ist die Wohnung in der halben Zeit fertig. Passt die genannte Einsatzzeit nicht zu der Menge der Leistungen im Verzeichnis, hat entweder jemand zu knapp kalkuliert oder Leistungen sind nicht enthalten.

Die Gegenprobe funktioniert auch in die andere Richtung. Nennt ein Angebot 700 Euro für dieselbe Wohnung, lohnt die Frage, welche Leistungen zusätzlich enthalten sind, etwa Fenster beidseitig, Backofen, Balkon und Keller, oder ob der Zustand der Wohnung stark verschmutzt ist. Wer mehrere Angebote nebeneinanderlegt, sollte nicht nur den Gesamtpreis, sondern auch Stunden, Personenzahl und Leistungsverzeichnis vergleichen.

Für gewerbliche Auftraggeber kommt eine zweite Rechnung hinzu: Wer eine Grundreinigung vor Bezug neuer Büroflächen oder nach einem Umbau beauftragt, sollte Bauendreinigung und Grundreinigung auseinanderhalten. Die Bauendreinigung entfernt Bauschmutz, die Grundreinigung die Verschmutzung durch Nutzung. Beides in einem Angebot zu bündeln, kann sinnvoll sein, muss aber im Leistungsverzeichnis getrennt aufgeführt werden.

Zum Vergleich im Büro: 300 m² zu 3 bis 5 Euro je m² ergeben 900 bis 1.500 Euro.

Welche Faktoren bestimmen den Preis?

  • Zustand: Schimmel, Nikotin, Tierhaare oder Bauschmutz erhöhen den Aufwand.
  • Fläche und Zimmer: Mehr Räume und Sanitärbereiche heißen mehr Zeit. Küche und Bad sind besonders aufwendig.
  • Zusatzleistungen: Fenster, Backofen, Balkon, Keller, Teppichbodenreinigung.
  • Bodenbeläge: Naturstein, Parkett oder Teppichboden brauchen eigene Verfahren.
  • Zugang und Etage: Ohne Aufzug oder mit weiter Anfahrt steigt der Preis.
  • Termin: Kurzfristige oder Wochenendtermine können Zuschläge auslösen.
  • Material: Reinigungsmittel und Geräte sind im Preis enthalten oder werden extra berechnet.

Pauschalangebote prüfen: Checkliste

Ein Pauschalpreis ist nur dann günstig, wenn die versprochenen Leistungen tatsächlich enthalten sind. Diese Punkte sollten im Angebot stehen:

  • Liegt ein schriftliches Leistungsverzeichnis vor, das Räume und Tätigkeiten einzeln nennt?
  • Ist die Fläche nach m² oder Zimmerzahl angegeben und stimmt sie mit Ihrer Wohnung überein?
  • Sind Fenster, Backofen, Balkon und Keller enthalten oder nur gegen Aufpreis?
  • Ist der Preis netto oder brutto? Privatkunden zahlen in der Regel 19 Prozent Umsatzsteuer.
  • Ist Material enthalten?
  • Wie viele Personen kommen, und wie viele Stunden sind kalkuliert?
  • Gibt es eine Abnahme mit Nachbesserungsfrist, wenn Sie etwas beanstanden?
  • Besteht eine Betriebshaftpflichtversicherung?
  • Wird der Arbeitskostenanteil auf der Rechnung getrennt ausgewiesen?

Abnahme und Nachbesserung nach der Grundreinigung

Gehen Sie nach Abschluss gemeinsam mit dem Betrieb durch die Räume, anhand des Leistungsverzeichnisses. Haken Sie jede Position ab: Böden, Sanitär, Küche, Fenster, Heizkörper, Türen und Nebenräume. Nach § 640 Absatz 3 BGB stehen Ihnen Rechte wegen eines bekannten Mangels nur zu, wenn Sie sich diese bei der Abnahme vorbehalten. Halten Sie Beanstandungen deshalb schriftlich fest, idealerweise mit Fotos.

Der Betrieb kann den Mangel nach § 635 BGB beseitigen. Setzen Sie dafür eine angemessene Frist und vereinbaren Sie den Nachbesserungstermin schriftlich. Das ist besonders wichtig bei Wohnungsübergaben, wenn der Übergabetermin feststeht. Mängelansprüche verjähren bei Leistungen an einer Sache in der Regel in zwei Jahren ab Abnahme (§ 634a Absatz 1 Nr. 1 BGB). Selbstständige Reinigungskräfte, die als Kleinunternehmer nach § 19 UStG keine Umsatzsteuer ausweisen, nennen Endpreise, die sich nicht direkt mit Nettopreisen vergleichen lassen.

Steuer und Mietrecht: was Sie wissen sollten

Für eine Grundreinigung der selbst genutzten Wohnung kommt § 35a EStG in Frage: Auf Antrag ermäßigt sich die Steuer um 20 Prozent der Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen, höchstens um 4.000 Euro. Voraussetzung sind eine Rechnung und die Überweisung auf das Konto des Anbieters. Materialkosten sind nicht begünstigt. Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine klären Einzelfälle.

Wer eine Wohnung übergibt, sollte prüfen, welche Pflichten der Mietvertrag zur Reinigung beim Auszug vorsieht. Ob besenrein ausreicht oder eine gründlichere Reinigung verlangt ist, richtet sich nach dem Vertrag und der Rechtsprechung. Mietervereine und Eigentümerverbände beraten im Einzelfall.

Häufige Fragen

Was kostet eine Grundreinigung pro m²?

Anbieter nennen im Gewerbe 3 bis 5 Euro je m², Preistabellen 3,50 bis 7,50 Euro. Für Wohnungen schwanken die Angaben je nach Umfang und Zustand deutlich, bei normaler Verschmutzung nennt eine Plattform etwa 1,30 bis 1,50 Euro je m².

Was kostet eine Grundreinigung für eine 80 m² Wohnung?

Rechnerisch ergeben 3,00 bis 7,50 Euro je m² etwa 240 bis 600 Euro. Der Preis hängt vom Leistungsumfang und Zustand ab. Eine Vermittlungsplattform nennt für normal verschmutzte Wohnungen mit 80 m² bei Abrechnung nach Zeit 119 bis 149 Euro (Stand Oktober 2026).

Was gehört zur Grundreinigung?

Intensive Reinigung von Böden, Sanitär, Küche, Fenstern, Heizkörpern, Türen und weiteren Flächen. Welche Leistungen enthalten sind, legt das Leistungsverzeichnis fest.

Was ist der Unterschied zwischen Grundreinigung und Unterhaltsreinigung?

Die Unterhaltsreinigung ist die regelmäßige Reinigung im laufenden Betrieb. Die Grundreinigung ist eine intensive, einmalige oder seltene Reinigung festsitzender Verschmutzungen.

Kann ich eine Grundreinigung von der Steuer absetzen?

Als haushaltsnahe Dienstleistung ermäßigt sich die Steuer nach § 35a EStG auf Antrag um 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens um 4.000 Euro. Voraussetzung sind Rechnung und Überweisung.

Woran erkenne ich ein zu günstiges Pauschalangebot?

Teilen Sie den Preis durch einen üblichen Stundensatz von 25 bis 40 Euro und vergleichen Sie die Stunden mit dem Leistungsumfang. Passen Zeit und Leistungen nicht zusammen, sind Leistungen nicht enthalten oder zu knapp kalkuliert.

Quellen

Zuletzt geprüft am 25.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.